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Lappenkeulers Grundüberlegungen zu Trends und Modeerscheinungen.
Warum hasten viele Menschen überhaupt irgendwelchen Trends nach?
Böse Zungen behaupten, es läge bei bestimmten Leuten vorwiegend an der mangelnden Fähigkeit, sich selbst ein Urteil zu bilden und selbst zu entscheiden, was gut oder nicht gut für sie ist. So böse scheint mir diese Darstellung jedoch gar nicht zu sein, denn nicht selten hört man als Begründung Dinge wie: “... das machen doch heute alle so....” oder “...es ist heute in Mode...” Solche Aussagen bekräftigen im Prinzip nur die Theorie, dass Trend und Mode nichts anderes sind, als aufzubauen auf das fehlende Urteilsvermögen vieler Menschen, gepaart mit der mehr oder weniger ausgeprägten Eigenschaft der Menschen, vieles nachzuäffen, was sie bei anderen, besonders bei vermeintlichen Leitbildern sehen. Zusätzlich nutzt man natürlich Trends und Modeerscheinungen für die Geschäftemacherei aus, weil sie sich dazu hervorragend anbieten. Es kommt aber auch noch ein weiterer Faktor mit hinzu, der zum Funktionieren des Prinzips “Trend” eine erhebliche Rolle spielt, nämlich der Faktor Neid. Wenn unter vielen Leuten bestimmte Dinge als Trend gelten, dann entsteht bei schwach urteilsfähigen Mitmenschen eine Art Neid auf diese Leute, die das scheinbar trendige Teil schon haben. Das spornt dann zusätzlich kräftig den Wunsch an, diese trendige Sache auch haben zu wollen, koste es was es wolle. Hier verstärkt der Trend zugleich den Effekt, bei diesen Menschen die stark geschmälerte Kritikfähigkeit noch mehr gegen Null zu drücken, in dem er unterschwellig zusätzlich vermittelt, dass trendige Sachen auch teuerer sein müssen, eben weil sie im Trend liegen. Und damit ist genau das erreicht, was die Geschäftemacher wollen.
Bei so genannten Tätigkeits - Trends, worunter insbesondere auch die heute oft erwähnten Trendsportarten fallen, spielen zusätzlich noch andere Faktoren mit hinein, besonders etwa die, dass sie dem Ausübenden vermitteln, ein ganz toller Hecht zu sein, der schier unglaubliche Leistungen vollbringen kann. Eigentlich ein Paradoxum, weil versucht wird Einzigartigkeit zu vermitteln, durch etwas, was auf der anderen Seite möglichst viele zum Mitmachen anspornen soll.
Sind Trends somit grundsätzlich etwas schlechtes?
Darüber will ich hier absichtlich gar kein Urteil fällen, das mag jeder für sich entscheiden. Manch einem können Trends auch durchaus helfen, z.B. um für sich darin ein Betätigungsfeld zu finden, wogegen die gleiche Person vielleicht ohne dem Nachfolgen eines Trends nichts mit sich und der Zeit anzufangen wüsste und in eine Lethargie verfallen würde. Da ist ein Trend sozusagen der Retter in der Not, um solche Leute vor dem endgültigen Absturz in die Trostlosigkeit zu bewahren. Klammert man den so veranlagten Typ Mensch jedoch einmal aus, dann kann man sicher Trends eher in der Kategorie “Schlecht” abheften.
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